Ein Ort an dem Paradies und Hölle zusammentrifft.. nachträgliches Abenteuer aus Kambodscha

06.03.2015 – 10.03.2015 Phnom Penh Kambodscha
Hier folgt jetzt ein älterer Bericht aus Kambodscha. Der letzte offizielle Reisebericht war aus Laos gewesen. Hier jetzt die Weiterreise nach Kambodscha.

Übrigens zur Information, unterdessen befinde ich mich bereits schon im Süden Malaysias an der Tioman Insel. Es ist hier wundervoll, wie im Paradies, ausser die Moskitos und die Sandmücken machen das Paradies zu einem klein bisschen Grauen. Doch es kann ja nicht immer der beste Strandurlaub sein.

Nun zu meinem Bericht für Kambodscha:
Wir hatten Pakse (Laos) also mit dem Bus verlassen, um nach Phnom Penh , also wieder zurück nach Kambodscha zu reisen. Die Busfahrt war die Hölle, da sie unglaublich lange gedauert hatte und mit Pannen verbunden war. Schliesslich kamen wir dann Nachts um 23 Uhr in Phnom Penh in der Hauptstadt Kambodschas an. Nachdem wir von den Tuktuk Fahrern fliehen konnten, haben wir uns auf einen Fussmarsch Richtung Zentrum gewagt. Wir hatten ausnahmsweise mal für diesen Ort keine Unterkunft vorgebucht, weil wir dachten, dass es ja eine Grossstadt ist und wir dann vor Ort spontan schauen könnten. Naja die Rechnung ging nicht so auf, da wir erstens nicht damit gerechnet hatten mitten in der Nacht da anzukommen und zweitens die Stadt nicht besonders gastfreundlich und hilfsbereit war. Der Fussmarsch selbst ins Zentrum war schon ein Abenteuer für sich. Einer der Tuktuk Fahrer hatte uns nach der Buststation dann verfolgt und uns angefaucht, weshalb wir keinen Tuktuk nehmen. Es war also nicht besonders angenehm so durch die Strassen durchzumarschieren. Glücklicherweise waren wir nicht alleine, es waren noch drei andere Backpacker mit uns unterwegs. Schliesslich müde und verschwitzt angekommen im Zentrum haben wir uns dann für irgendeine Unterkunft entschieden, es war jetzt nicht die Zeit um eine grosse Auswahl treffen zu können, hauptsach mal eine Übernachtung.

Die Stadt war nicht besonders einheimisch und ich fühlte mich nicht gleich wohl. Die Strassen waren alle sehr verschmutzt, alles ziemlich alt und vergammelt und die Menschen dort sehr sehr aufdringlich, wenn’s um’s Geschäfte machen geht. Also völlig andere Einstellung als in Laos. Doch wir haben die Stadt ausgesucht, weil unsere andere Schwester Aslihan, ja schon wieder ein Familienmitglied,;) zu uns gerückt war aus der Schweiz. Mit ihr hatten wir dann 4.5 Wochen geplant zusammen zu reisen.
Nachdem wir unsere Schwester dann in den nächsten Tagen vom Flughafen abgeholt hatten, tickte die Uhr. Da wir nun mit ihr eine limitierte Zeit zur Verfügung hatten, wollten wir, dass sie auch recht viel sehen und bereisen kann. Also ging es dann gleich mit der Sightseeing Tour los.
Wir haben das Nationalmuseum besucht, für mich persönlich eher uninteressant und dann den grossen Palast. Das ganze Phnom Penh ist so widersprüchlich. Auf der einen Seite staunt man einen Palast, welches mit Goldverzierungen geschmückt ist und auf der anderen Seite sieht man Menschen auf den Strassen übernachten. Dann gibt es an der Seepromenade extrem teure luxuriöse Restaurants und gleichzeitig trifft man dort viele behinderte Bettler an. Also sehr widersprüchlich das Ganze. Doch war es sehr individuell, weil es ziemlich authentisch wirkte. Ich meine jetzt nicht, dass mir die Stadt so gefallen hat, doch es hatte einfach etwas eigenes, nicht zu vergleichen mit anderen Grosstädten. D.h. es ist keine Kopie einer anderen Grosstadt, wie man das oft so antrifft. Zum Beispiel Kuala Lumpur mit den Wolkenkratzern vergleichsweise wie mit New York. Doch ich denke, wahrscheinlich auch nur deswegen, weil es finanziell wohl noch nicht so in der Lage ist, sich noch schneller weiterzuentwickeln. Doch die Entwicklung ist da, das sieht man und spührt man auch an den Menschen, es braucht halt noch ein paar Jahre, bis die Stadt wohl so ankommt, wie alle anderen Grosstädter ringsherum.
Hier ein paar Fotos von dem Tag mit den Sehenswürdigkeiten:

10.03.2015 – 15.03.2015 Sihanoukville Kambodscha

Nach einer Nacht in Phnom Penh ging die Reise dann von der Ada Familie weiter Richtung Strand. Das nächste Ziel war Sihanoukville . Das war recht im Süden nahe zur Grenze von Vietnam. Dort wollten wir ein paar Tage einfach nichts tun, so dass Aslihan auch zunächst mal einbisschen relaxen kann, bevor es bei ihr dann gleich weiter ging. Wir hatten uns entschieden, dass wir zunächst die Insel Koh Rong unsicher machen würden, dann vielleicht Sihanoukville Strand. Auf jeden Fall hatten wir uns zunächst für die Insel entschieden, wohl bemerkt wieder ohne eine Unterkunft vorher zu buchen. Auch mit dem Gedanken, dass wir es vor Ort suchen können. Was grundsätzlich auch ganz gut machbar gewesen war. Die Insel ist ja sehr überschaubar, also recht klein. Ausserdem war die Anzahl an Unterkünften auch sehr begrenzt, was die Auswahl dann auch etwas erleichtert hatte. Alles schön und gut. Hier war es aber so, dass Strom nur über Stromgenerator ab ca. 22 Uhr funktionierte, dementsprechend auch kein Internet und sonst war die Infrastruktur nicht besonders weiterentwickelt. Das ist ja grundsätzlich auch nicht so tragisch, mal ein paar Tage mit der Aussenwelt abgeschottet zu sein, sprich ohne Internet. Was aber fast unerträglich war, die vielen Moskitos und der Abfall in allen Ecken war nicht zu übersehen.
Die Insel wäre grundsätzlich ein Traum von einem Paradies gewesen, glasklar hellblaues Wasser, seidige Sand, keine Touristenmasse und die Sonne, wäre da nicht der gesamte Müll ringsherum und die Toiletten-Abwasserleitungen, welche auf die Strasse landeten. Naja diese Eigenschaften verringerten dann die Attraktivität der Insel. Ich glaube, hier landen Leute, die tatsächlich so vollgedröhnt sind, dass sie gar nicht merken, was um sie ringsherum vorgeht:-). Ganz ehrlich, wir hatten praktisch nur solche jungen Leute um uns herum, naja für die mag es hier wohl ein Paradies zu sein, doch jedem das seine.

Ich verstehe natürlich, dass die Infrastruktur auf einer Insel etwas geringfügiger ist als auf dem Festland. Ganz ehrlich, ich glaube ich hatte noch nie so viel Abfall und Verschmutzung an einem Ort gesammelt gesehen, mit Ausnahme einer Müllhalde, als hier auf dieser Insel. Das schlimme daran ist, dass die Menschen dort so einfach damit leben. Die werfen ihren eigenen Müll vor ihren eigenen Garten. Die Kinder nutzen diesen Platz dann auch einfach so zum Spielen aus. Als wir das ganze gesehen hatten, waren wir dermassen schockiert, dass wir uns gleich am ersten Tag entschieden, nicht lange hier zu bleiben. Es war einfach nicht das, was wir erhofften oder erwartet hatten. Der Strand und das Meer selbst ist ja wirklich traumhaft, doch alles ringsherum einfach inakzeptabel. Das war auch kein Traumort, um etwas Entspannung zu holen. Daher entschieden wir uns nach 2 Nächten wieder zurück aufs Festland nach Sihanoukville zu fahren.

Hier auf dem Festland haben wir uns dann eine sehr schöne, neue Unterkunft gegönnt, gleich vor dem Fluss. Es war einfach traumhaft. Der Strand war zwar hier nicht gleich vor der Haustür, doch stattdessen hatten wir den Fluss vor unserer Veranda. Zum Strand war es dann auch nur 5 min. zu Fuss. Also grundsätzlich alles wieder so wie es sein sollte. Hier am Strand haben wir dann eine Kitesurfschule entdeckt und entschieden uns dann allesamt dies mal auszuprobrieren. Naja es war teils ein Desaster 🙂 Es lag tatsächlich nicht an uns, ich denke wir alle wären gar nicht mal so unfähig gewesen, das Teil zu beherrschen. Der Lehrer war einfach ein ungeduldiges Grossmaul, wenn ich das mal so sagen darf. Aber egal, ich gehe jetzt nicht nähers darauf ein. Schliesslich nach einem Tag, ursprünglich geplant waren 2-3 Tage, haben wir es dann aufgegeben.
Dann hiess es einfach nur noch am Strand chillen, was ja auch wundervoll sein kann. Somit verliessen wir dann Sihanoukville schliesslich entspannt und etwas auskuriert und begaben uns in Richtung Vietnam. Somit endet hier das Abenteuer aus Kambodscha und das nächste folgt durch Vietnam.

Fazit zu Kambodscha: Eindrücklich ein solches Land bereist zu haben, mit allen Facetten dahinter. Kein Traumreiseziel, wenn man nur Schönes entdecken will. Doch ich finde, es absolut imposant auch mal die andere Seite gesehen zu haben.

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